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Heilbronner Jugend- & Freizeitstudie

Studie klärt über Freizeitverhalten der Jugendlichen auf

Die Stadt Heilbronn macht Jugendlichen vielfältige Angebote im Bereich der außerschulischen Jugendarbeit. Doch wie denken die Jugendlichen darüber? Ergebnisse liefert die von der Stadt Heilbronn beauftragte „Heilbronner Jugend- und Freizeitstudie 2017“, die derzeit analysiert und bewertet wird.  

„Die Studie hat sich als echtes Jugendprojekt herausgestellt“, betont Roswitha Keicher, Leiterin der städtischen Stabsstelle Partizipation und Integration. „Die Idee kam von Jugendlichen, Studierende haben Jugendliche befragt - und davon profitieren sollen wiederum auch Jugendliche.“  

Womit verbringen Jugendliche ihre Freizeit?  

Unterschieden hat die Studie das tatsächliche Freizeitverhalten und das allgemeine Interesse an Aktivitäten. Zunächst zum Ist-Zustand: Ihre Freizeit verbringen die 539 befragten Jugendlichen im Alter von 13 bis 25 Jahren regelmäßig meistens mit Musik hören (87 Prozent), im Internet surfen (85 Prozent) oder Freunde treffen (81 Prozent). 74 Prozent gaben an, Filme oder Serien zu schauen.  

Und woran haben die Jugendlichen potenziell Interesse? Die Antworten sind vielseitig: Ganz oben stehen Partys (48 Prozent), gefolgt von Spielen wie Tischkicker, Dart oder Billard (47 Prozent), Musik machen und Hallen- bzw. Freibadbesuchen (je 45 Prozent). Hinzu kommen Zeichnen oder Basteln (43 Prozent), Gesellschaftsspiele (42 Prozent), aber auch Bücher lesen und politisches oder soziales Engagement (je 41 Prozent ).  

Nach Sportarten gefragt, liebäugeln die Jugendlichen am meisten mit Fußball (35 Prozent), Schwimmen (26 Prozent) und Fahrradfahren (24 Prozent). Auffällig ist: Mehrere der genannten Sportarten können ohne Verein oder ein organisiertes Angebot ausgeübt werden.  

Trotz Interesse: Kritik an Angeboten  

So vielfältig das Interesse, so zurückhaltend ist die Begeisterung gegenüber Angeboten in oder von der Stadt Heilbronn. Auf größeres Interesse stößt mit Abstand die experimenta, gefolgt von Mannschaftssportarten. Bei Schulangeboten und Einzelsport nimmt der Zuspruch deutlich ab, noch geringer ist er zum Beispiel bei Jugendhäusern oder religiösen Jugendgruppen.  

Nach den Gründen für die zurückhaltende Bewertung städtischer Angebote gefragt, zählten die Jugendlichen auf: Die Angebote seien anders als erwartet (19 Prozent), die Angebotszeiten ungünstig (11 Prozent) oder die anderen Nutzer hätten andere Interessen als sie selbst (8 Prozent).  

Was wollen sie dann? So gefragt, beschreiben die Jugendlichen ihr ideales Jugendzentrum wie folgt: ein Gelände im Freien (58 Prozent), neutrale Musikrichtung (45 Prozent) und eher kein Religionsbezug (37 Prozent). Ein Viertel bis ein Drittel möchte nur Gleichaltrige dabei haben. „Nun ist es an den Akteuren der Jugendarbeit, mit den Datensätzen vertiefende Analysen zu spezifischen Interessen vorzunehmen und die entsprechenden Schlüsse daraus zu ziehen“, resümiert Keicher.  

Zusammensetzung der Stichprobe  

62,5 Prozent der 539 befragten Jugendlichen haben eine Zuwanderungsgeschichte. Dies entspricht etwa dem realen Bevölkerungsanteil in Heilbronn. Hiervon sprechen 41 Prozent zu Hause ausschließlich Deutsch und 54 Prozent neben Deutsch eine weitere Sprache. Mehr als 80 Prozent der Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte sind in Deutschland geboren.  

Jugendliche christlichen Glaubens (51 Prozent) und muslimischen Glaubens (24 Prozent) unterschieden sich in ihren Interessen nur vereinzelt. Weitere Analysen zur Interessenlage sind jedoch möglich.  

Auftraggeber der Studie ist die Stadt Heilbronn. Die Idee hierzu beruht auf einem Jugendprojekt der RAA Berlin - Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie. Die wissenschaftliche Umsetzung lag bei Studierenden der Hochschule Heilbronn. Die Studie ist unter E-Mail: integration@heilbronn.de kostenfrei als PDF-Datei erhältlich.